Was denkst du über mich? – Richtig Zuhören

Was „richtig Zuhören“ ausmacht

Zwei Frauen sitzen an einem Tisch in einem Restaurant. Sie haben sich getroffen, um ein bisschen zu plauschen und einen Kaffee zu trinken. Eine der Damen eröffnet das Gespräch und beginnt mit alltäglichen Dingen bis sie letztendlich anfängt nur über sich selbst zu reden. Die andere Dame hört aufrichtig zu. Nach 20 Minuten merkt die vom Redefluss gepackte Frau, dass es etwas unhöflich sein muss, die ganze Zeit zu erzählen, ohne das Wort auch einmal an die andere Dame am Tisch abzugeben.

Sie sagt also: „Oh mein Gott, ich habe ja so viel geredet. Lass uns doch bitte über „dich“ reden.

Erzähl doch bitte.

Was denkst du „über mich?“

Das ist eines der Probleme, die wir in unserer Gesellschaft leider haben. Jeder Mensch redet nur von sich selbst und seinen Leistungen, um Bestätigung zu finden.

 

100 Punkte

Stellen wir uns mal vor, du gehst in einen Raum mit 10 Leuten. Nehmen wir jetzt an, dass jeder von diesen Menschen ein Wissens-Konto von 100 Punkten hat. Auch du hast ein Konto mit 100 Punkten.

Du gehst in diesen Raum und du befindest dich dort ca. 3 Stunden. Du redest nur darüber, was für großartige Leistungen du bisher erbracht hast und was für tolle Fähigkeiten du besitzt.

Nachdem du diesen Raum verlassen hast, hast du 3 Stunden deiner Lebenszeit dafür verschwendet, den gleichen Kram, den du sicherlich schon gestern und vorgestern anderen Leuten erzählt hast, wiederholt von dir zu geben.

Wärst du jedoch in diesen Raum gegangen und hättest innerhalb der 3 Stunden von jedem der dort anwesenden Personen 50 Punkte von ihrem Wissen mitgenommen, indem du „richtig zuhören“ würdest, dann hättest du auf deinem Konto ein Plus von 500 Wissens-Punkten. Selbst wenn es nur 10 Punkte von jedem der Menschen dort gewesen wären, hättest du ein plus von 100 Punkten. Was zusätzliche 100% auf deine 100 Punkte sind. Du hast dich, weil du „richtig zuhören“ konntest, also weiterentwickelt, anstatt zu stagnieren.

 

Ein wahrer Meister bleibt immer ein Schüler

Meistens liegt es daran, dass wir soviel von uns selbst halten, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, den Rat anderer wirklich anzunehmen. Wenn wir in einem Gespräch sind, geht es meistens darum, wer eigentlich wie viel besser, härter ist oder mehr kann als der oder die andere.

Als Beispiel erzählt jemand davon, wie krank er an dem und dem Tag gewesen ist. Gleich darauf erzählt ein anderer, dass er viel kränker gewesen ist und wie schlimm es eigentlich war. Gleich hierauf erzählt die dritte Person wie unglaublich viele Krankheiten er schon hatte.

Man versucht immer wieder seinen Gesprächspartner in seinen Storys zu toppen. Manchmal erfindet man vielleicht sogar etwas dazu.

Wann hat dir das letzte Mal wirklich jemand zugehört. Ich meine aufmerksam zugehört? Nicht aus Formalität. Richtiges Zuhören braucht Training. Ein wahrer Meister bleibt sein Leben lang ein Schüler. Gerade das ist einer der Gründe, warum er ein Meister ist.

 

Wie kannst du „richtig zuhören“

Versuche es einfach mal. Hör jemandem wirklich zu. In einem Artikel haben wir über das richtige Konzentrieren geschrieben. Du musst lernen, dich zu konzentrieren. Die ersten Male fällt es eher schwer, jemandem aufmerksam zuzuhören, ohne sich selbst gerade in seinem Kopf eine Geschichte zusammenzubasteln, während der andere seine erzählt.

Du wirst merken, wie sehr Menschen es vermissen müssen, dass ihnen jemand aufrichtig zuhört. Denk daran, dass du nur dazu lernen kannst. Natürlich. Wenn jemand immer wieder dasselbe erzählt, dann wird das nichts mit dem dazulernen. Wenn du aber aus jedem Menschen 5% an Erfahrung ziehen kannst, dann wirst du schon sehr bald eine Veränderung in deinem Leben bemerken.

Du kannst immer dazulernen. Selbst wenn du schon 99 Jahre oder älter bist.

Isa

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