Halt dein Maul und Sei dankbar

„Ich habe geweint, weil ich keine Schuhe hatte, bis ich einen traf, der keine Füße hatte.“

, ein Zitat von dem italienischen Dichter Giacomo Leopardi aus dem 19. Jahrhundert.

Wir sitzen bequem auf einem Ikea-Stuhl, dessen Holz aus den abgeholzten russischen Wäldern kommt, dabei trinken wir einen Kaffee aus Afrika und gammeln am Laptop, dessen Material von einem Kind zusammengesetzt wurde, damit DU und ICH unser Komfortleben genießen können.

Dankbarkeit

Ich will keine Moralapostel spielen, ich genieße nämlich genauso die Vorzüge unseres modernen Daseins und der sich ständig fortschreitenden Entwicklung unserer Technologie. Das Einzige, woran ich appellieren will, ist die Dankbarkeit. Ich weiß noch, wie ich als Kind über Briefaustausch mit meiner Freundin in Kontakt war. Von Hand geschriebene Briefe (!). Jetzt haben wir WhatsApp, Facebook etc..

Worauf will ich hinaus? Meine Frage an dich ist: Bist du dankbar? Bist du dankbar für all die Mühe und Arbeit, die hinter deinem Luxusleben steckt? Oder siehst du es als selbstverständlich, dass evtl. Kinder für dein sesshaftes Leben draufgehen? Siehst du es als selbstverständlich, dass wir im Moment nicht von Krieg sprechen können in Deutschland, während genau jetzt andernorts Krieg herrscht und Köpfe abgeschlachtet werden.

Ich wünschte, ich hätte mit diesen Sätzen übertrieben, doch es ist die kalte Realität. Wenn du der Realität nicht ins Auge sehen kannst, dann ist das Leben nichts für dich. Dann lebst du in einer wunderschönen Seifenblase, in der Hoffnung, diese würde nie zerplatzen, sodass du fällst. Doch sie wird platzen, und dann fluchst du auf alles und jeden. Niemand außer dir ist schuld. Du konntest ja nichts dafür, richtig? Dafür, dass dein Internet mal nicht funktioniert und Oh Nein!, dass dein Selfie heute mal nicht so gut aussieht, weil dein Pickel dich stört. Das Leben ist ja so scheiße! Es gibt ja nichts, wofür du dankbar sein könntest oder?

Konfrontation

Wie sieht’s aus? Ich komme jetzt zu dir und muss dir leider sagen, dass ich dir die Luft zum atmen raube, in anderen Worten DU STIRBST. Nimmst du die Luft für selbstverständlich oder bist du dankbar dafür, dass sie da ist und dich am Leben hält? Allein das Leben ist das höchste Gut. Deine Familie, das Essen, das Wasser, welches du so selbstverständlich trinkst. Einfach alles!

Wir konzentrieren uns auf die Dinge, die uns fehlen, die wir haben wollen. Dann realisieren wir , dass wir die Dinge tatsächlich nicht haben und jammern und hassen andere dafür, dass sie es haben. Wo ist die Dankbarkeit geblieben? Vergewissere dich jeden Tag, wofür du dankbar bist und du wirst sehen, was für eine Kraft in dir wächst und dass deine Angst zu versagen sinkt, weil du weißt, dass es so vieles gibt, wofür es sich zu leben lohnt. Ich z.B. schreibe immer vor dem Schlafengehen auf, wofür ich an diesem Tag dankbar bin. (übrigens: Wenn du etwas haben willst, dann hör auf zu jammern und beweg‘ deinen Arsch und sorge dafür!)

Eine Bemerkung: Ich war lange in dem Zustand der Undankbarkeit, mir war so ziemlich alles egal. Alles hier Geschriebene kommt daher, dass ich genau weiß, was für eine Bedeutung und Wirkung es hat, dankbar zu sein. Ich wünschte, ich hätte es schon früher begriffen, dann hätte ich schon früher gehandelt, indem ich früher aufgehört hätte, zu jammern bzw. undankbar zu sein. Mittlerweile würde ich mir lächerlich vorkommen, sollte ich jammern, in dem Wissen, dass es andere viel härter haben und ihr Leben trotzdem meistern. Dass ich eigentlich lebe wie in Zuckerwatte gehüllt und dass mir alle Möglichkeiten offen stehen.

Weiß die Dinge zu schätzen, die du für selbstverständlich nimmst. Und wenn du mal jammern solltest, keine Schuhe zu haben, dann erinnere dich daran, dass es andere gibt, die keine Füße haben.

Milana 🙂

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